Ein humanoider Roboter bei Osaka Metro unterstützt derzeit Fahrgäste bei der Orientierung im U-Bahn-Netz. Das gemeinsam von KDDI und AVITA entwickelte System beantwortet Fragen zu Umsteigemöglichkeiten, empfiehlt Sehenswürdigkeiten in der Umgebung und kann in mehreren Sprachen kommunizieren. Das gemeinsam von KDDI und AVITA entwickelte System beantwortet Fragen zu Umsteigemöglichkeiten, hilft bei der Orientierung im Bahnhof und empfiehlt Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Der Feldversuch läuft noch bis zum 15. September 2026.
Der Roboter trägt dabei die Uniform der Osaka Metro und wird ausdrücklich als „humanoider Stationsmitarbeiter“ eingesetzt. Ziel des Tests ist nicht nur die technische Funktion. Osaka Metro will auch untersuchen, wie Fahrgäste auf einen menschenähnlichen Roboter reagieren und welche Probleme bei einem späteren regulären Einsatz auftreten könnten.
Humanoider Roboter bei Osaka Metro nutzt Gemini
Im Inneren des Systems arbeitet Googles KI-Modell Gemini. Nach Angaben der Projektpartner kann der Humanoid nicht nur gesprochene Fragen verstehen, sondern auch Tonfall, Sprechgeschwindigkeit, Intonation und emotionale Nuancen erkennen. Dadurch soll die Kommunikation natürlicher wirken als bei klassischen Informationsautomaten oder einfachen Sprachassistenten.

Neben Japanisch unterstützt das System unter anderem Englisch und Chinesisch. Das ist besonders für Osaka interessant, wo viele internationale Besucher das U-Bahn-Netz nutzen.
Auf einem Display am Roboter kann außerdem ein QR-Code angezeigt werden. Fahrgäste können diesen mit ihrem Smartphone scannen und beispielsweise eine detaillierte Routeninformation für den weiteren Weg mitnehmen.
Der Test läuft an zwei Stationen
Der Feldversuch begann am 31. August am Bahnhof Umeda und lief dort zunächst bis zum 6. September. Seit dem 9. September steht der Humanoid am Bahnhof Tanimachi-kyuchome, wo er noch bis zum 15. September täglich von 11 bis 20 Uhr eingesetzt wird.
Entwickelt wurde das System auf Basis eines Humanoiden, den der japanische Robotikforscher Hiroshi Ishiguro entworfen hat. Ishiguro ist Professor an der Universität Osaka und zugleich CEO von AVITA. Für das aktuelle Projekt wurden Funktionen und KI-Systeme des Roboters überarbeitet. AVITA株式会社
Der Einsatz konzentriert sich zunächst vollständig auf Kommunikation. AVITA kündigt jedoch bereits an, spätere Tests auf Mobilität und physische Aufgaben wie Inspektionen auszuweiten.
Service könnte ein frühes Einsatzfeld für Humanoide werden
Der Versuch unterscheidet sich deutlich von vielen aktuellen Humanoid-Projekten in Fabriken und Logistikzentren. Bei Osaka Metro steht nicht das Heben schwerer Lasten im Mittelpunkt, sondern die Fähigkeit, mit Menschen möglichst natürlich zu interagieren.
Gerade Bahnhöfe sind dafür ein interessanter Testort. Fragen ändern sich ständig, Besucher sprechen unterschiedliche Sprachen und viele Situationen lassen sich nicht mit einer festen Auswahl von Antworten abdecken.
Ob dafür langfristig tatsächlich ein humanoider Körper notwendig ist, bleibt allerdings offen. Der aktuelle Versuch wird deshalb vor allem zeigen müssen, ob die physische Präsenz und menschenähnliche Kommunikation gegenüber Displays oder klassischen digitalen Assistenten einen messbaren Mehrwert für Fahrgäste bietet.
