Das New Yorker Robotikunternehmen Tuesday Labs nimmt ab sofort Reservierungen für seinen zweibeinigen Haushaltsroboter Voxel Series-1 entgegen. Interessenten können gegen eine vollständig erstattbare Reservierungszahlung von 200 US-Dollar einen Platz im geplanten ersten Produktionslauf sichern.
Der erwartete Kaufpreis liegt bei rund 20.000 Dollar, umgerechnet etwa 17.800 Euro. Erste Auslieferungen sind für 2028 vorgesehen. Allerdings betont Tuesday Labs in seinen Vertragsbedingungen, dass es sich beim derzeit gezeigten Voxel um ein Konzept und einen Entwicklungsprototyp handelt. Design, Hardware und Funktionsumfang können bis zur Auslieferung erheblich verändert werden.
Der neue Roboter soll vor allem alltägliche Aufgaben übernehmen, darunter das Aufräumen, das Holen kleiner Gegenstände, die Suche nach verlegten Dingen und das Gießen von Pflanzen.
Ein Haushaltsroboter mit auffälligem Design
Voxel unterscheidet sich äußerlich deutlich von vielen aktuellen Humanoiden. Sein kompakter Körper besitzt einen kastenförmigen Kopfbereich mit animierten Augen, zwei bewegliche Arme und Z-förmige Beine.
Jeder Arm verfügt laut Hersteller über sieben Freiheitsgrade. Anstelle komplexer fünfgliedriger Roboterhände verwendet Voxel vergleichsweise einfache Greifer mit einem Freiheitsgrad.
Für die Wahrnehmung sind Stereokameras und eine zusätzliche Weitwinkelkamera vorgesehen. Der Roboter soll Gegenstände erkennen und sich merken können, wo bestimmte Dinge zuletzt gesehen wurden.
Die Z-förmigen Beine sollen es ermöglichen, die Körperhöhe zu verändern und sich vor Schränken, Tischen oder Regalen zu positionieren.
Damit konzentriert sich Voxel auf Aufgaben innerhalb bestehender Wohnräume. Ob die Konstruktion bei längeren Einsätzen eine ausreichende Stabilität, Reichweite und Energieeffizienz erreicht, bleibt abzuwarten.
Aufräumen und Suchen statt allgemeiner Hausarbeit
Tuesday Labs nennt vier grundlegende Einsatzbereiche: Home Reset, Find, Fetch und Tend.
Der Roboter soll herumliegende Gegenstände an ihren üblichen Platz zurücklegen, verlorene Schlüssel oder Telefone auffinden, kleine Gegenstände bringen und Pflanzen pflegen.
Aufwendigere Tätigkeiten wie Kochen oder Kinderbetreuung gehören ausdrücklich nicht zu den angekündigten Anfangsfunktionen.
Die bisherigen Produktdarstellungen zeigen mögliche Anwendungsszenarien. Das Unternehmen veröffentlichte jedoch noch keine unabhängigen Messungen zur Erfolgsquote, täglichen Betriebsdauer oder Zahl vollständig autonom erledigter Haushaltsaufgaben.
Ähnliche Erwartungen weckt der Familienroboter Mobo von Chery. Wie Humanoid Insider in seiner Analyse zu AiMOGA Mobo erläutert, sind soziale Interaktion und verlässliche physische Hausarbeit unterschiedliche technische Herausforderungen.
200 Dollar Reservierung sind noch kein Kaufvertrag
In den offiziellen Reservierungsbedingungen von Tuesday Labs ist die rechtliche Einordnung ungewöhnlich deutlich formuliert.
Die Zahlung von 200 Dollar begründet keinen Kaufvertrag und verpflichtet das Unternehmen nicht dazu, den Roboter zu einem bereits feststehenden Preis oder Termin auszuliefern.
Die Reservierung kann vor einer späteren Bestellung vollständig erstattet werden.
Auch der genannte Preis von 20.000 Dollar ist ausdrücklich unverbindlich. Der endgültige Kaufpreis soll erst festgelegt werden, wenn das fertige Produkt bestellt werden kann.
Tuesday Labs erwartet den Beginn der Auslieferungen im Jahr 2028. Verzögerungen sind laut Vertrag möglich.
Besonders relevant für deutsche Interessenten: Die Reservierungen stehen derzeit nur Kunden mit Lieferadressen in den Vereinigten Staaten offen.
Außerdem fehlt dem Produkt bislang die erforderliche FCC-Zulassung für die geplante US-Auslieferung.
Die eigentliche Herausforderung beginnt nach der Vorbestellung
Voxel verdeutlicht die zunehmenden Versuche, humanoide Robotik als Konsumentenprodukt zu positionieren.
Für Käufer wird jedoch weniger entscheidend sein, wie sympathisch der Roboter gestaltet ist, sondern welche Aufgaben er zuverlässig und selbstständig übernimmt.
Dazu kommen Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz, Wartung und mögliche Reparaturen im Haushalt.
Ein System, das sich merken soll, wo Gegenstände in einer Wohnung liegen, verarbeitet zwangsläufig Informationen über private Räume und Gewohnheiten.
Tuesday Labs muss daher nicht nur die Hardware fertig entwickeln, sondern auch nachweisen, dass der Roboter über längere Zeit zuverlässig funktioniert und seine Datennutzung für Kunden nachvollziehbar bleibt.
Bis dahin ist Voxel vor allem ein Entwicklungsprojekt mit geöffnetem Reservierungssystem – kein bereits lieferbares Haushaltsprodukt.
Quellen: Tuesday Labs: Offizielle Voxel-Produktseite; Tuesday Labs: Reservierungsbedingungen; The Verge: Bericht vom 20. Oktober 2026.
