Faraday Future will am 19. September neun neue Robotermodelle vorstellen und auf den Markt bringen. Das angekündigte Portfolio umfasst humanoide Roboter, Vierbeiner und mobile Manipulatoren in unterschiedlichen Größen. Gleichzeitig will das Unternehmen vier Komplettlösungen für Bildung, Forschung, Sicherheit und Inspektion präsentieren.
Die Präsentation ist Teil der wachsenden Robotikstrategie des ursprünglich als Elektroautohersteller gestarteten Unternehmens. Faraday Future bezeichnet diesen Geschäftsbereich inzwischen als EAI Robotics, wobei EAI für „Embodied AI“ steht.
Die Präsentation ist für den 20. September um 2 Uhr deutscher Zeit angesetzt.
Humanoide, Vierbeiner und mobile Manipulatoren
Details zu allen neun Modellen hat Faraday Future bislang noch nicht veröffentlicht. Fest steht jedoch, dass die Produktpalette drei unterschiedliche Bauformen umfassen soll: Humanoide, Quadrupeds und mobile Manipulatoren.
Dabei sollen jeweils unterschiedliche Größenklassen vom kleinen bis zum großen Robotersystem abgedeckt werden.
Teil der Veranstaltung ist außerdem der finale Marktstart des All-New Futurist. Der humanoide Roboter wurde bereits im Juni vorgestellt und soll nun offiziell in den Verkauf gehen.
Faraday Future beschreibt den Futurist als Full-Size-Humanoiden für professionelle Anwendungen. Die bisher vorgestellte Version ist rund 1,73 Meter groß und wiegt etwa 55 Kilogramm. Sie verfügt über 31 Freiheitsgrade und kombiniert mehrere Kameras, 3D-LiDAR und taktile Sensoren.
Daneben gehören bereits der kompaktere humanoide FF Master sowie verschiedene Vierbeiner zum bisherigen Robotikportfolio des Unternehmens.
Nicht nur Roboter, sondern komplette Lösungen
Mit der Veranstaltung will Faraday Future zugleich stärker von einzelnen Robotern zu kompletten Anwendungslösungen übergehen.
Vier sogenannte „Industry Productivity Solutions“ sollen für K-12-Bildung, Forschung, Sicherheit und Inspektion vorgestellt werden.
Vor allem bei Sicherheits- und Inspektionsanwendungen setzt FF nach eigenen Angaben auf eine gemeinsame Wahrnehmungsplattform, die verschiedene Robotertypen nutzen können. Dazu kombiniert das Unternehmen mehrere Sensoren mit SLAM-Technologie zur autonomen Navigation und dreidimensionalen Erfassung der Umgebung.
Faraday Future spricht dabei von einem „One Brain, Multiple Forms“-Ansatz: Verschiedene Roboter sollen auf eine gemeinsame Software- und KI-Architektur zurückgreifen können.
„Built in USA“ soll folgen
Parallel versucht FF, auch eine eigene Produktionsbasis für Robotik in den USA aufzubauen.
Ende August hatte das Unternehmen angekündigt, seine erste US-Roboterfabrik noch 2026 in Betrieb nehmen zu wollen. Das erste dort produzierte neue EAI-Gerät soll nach aktuellem Plan im Februar 2027 vom Band laufen.
Zu den ersten für dieses Programm vorgesehenen Produkten gehören der große humanoide Next Futurist sowie der Vierbeiner Next Aegis.
In den kommenden zehn Jahren will Faraday Future nach eigenen Angaben mindestens fünf Milliarden US-Dollar in sein US-Robotikgeschäft investieren und jährlich drei bis fünf neue oder weiterentwickelte Robotikprodukte in den USA produzieren.
Neun Modelle sind noch kein Beweis für Skalierung
Faraday Future baut sein Robotikportfolio derzeit deutlich schneller aus als viele etablierte Anbieter. Entscheidend wird jedoch weniger die Zahl der vorgestellten Modelle sein als die Frage, ob aus der breiten Produktpalette tatsächlich ausgelieferte und dauerhaft eingesetzte Robotersysteme entstehen.
Gerade bei humanoiden Robotern wird der 19. September deshalb vor allem zeigen müssen, wie viel hinter FFs ambitioniertem „One Brain, Multiple Forms“-Ansatz bereits praktisch verfügbar ist.
