China produziert 794.781 Industrieroboter in neun Monaten – plus 29,1 Prozent

China – Produktion von Industrierobotern 2026
Montage von Industrierobotern in einer Fabrik im chinesischen Foshan im März 2026. Chinas Statistikamt meldet für die ersten neun Monate 2026 insgesamt 794.781 produzierte Industrieroboter. Archivfoto: VCG.

China hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 insgesamt 794.781 Industrieroboter produziert. Das entspricht einem Wachstum von 29,1 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Zahlen veröffentlichte das chinesische Statistikamt am 19. Oktober im Rahmen seiner aktuellen Industriedaten.

Allein im September wurden 96.752 Industrieroboter hergestellt, 18,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahlen verdeutlichen, wie stark sich Chinas bereits etablierte industrielle Robotikproduktion entwickelt.

Für den Markt humanoider Roboter liefern sie allerdings vor allem einen Vergleichsmaßstab. Die Statistik umfasst klassische Industrieroboter und darf nicht als Produktionszahl für Humanoide interpretiert werden.

Fast 795.000 Industrieroboter seit Jahresbeginn

Nach Angaben des National Bureau of Statistics of China produzierten die erfassten Industrieunternehmen zwischen Januar und September 794.781 Industrieroboter.

Die Produktion stieg damit um 29,1 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Im September erreichte die monatliche Produktion 96.752 Einheiten. Das Wachstum gegenüber September 2025 lag bei 18,9 Prozent.

Der Unterschied zwischen den Wachstumsraten zeigt, dass sich das Tempo der monatlichen Produktionsentwicklung vom bisherigen Jahresdurchschnitt unterscheidet.

Ein Rückgang der Wachstumsrate bedeutet jedoch nicht, dass die absolute Produktion gesunken ist. Auch bei geringeren prozentualen Zuwächsen kann die Zahl hergestellter Roboter weiter steigen.

Die Daten sind Teil der chinesischen Statistik zur Industrieproduktion größerer Unternehmen. Die angegebenen Wachstumsraten werden auf vergleichbarer statistischer Grundlage berechnet.

Deshalb sollten kumulierte Produktionszahlen verschiedener Veröffentlichungsmonate nicht ohne Berücksichtigung möglicher Veränderungen des statistischen Berichtskreises voneinander abgezogen werden.

Produktion ist nicht dasselbe wie Installation

Für internationale Vergleiche ist eine weitere Unterscheidung wichtig.

Die chinesische Statistik erfasst die Herstellung von Robotern. Sie sagt nicht unmittelbar aus, wie viele dieser Maschinen im gleichen Zeitraum an Kunden verkauft, exportiert oder in chinesischen Fabriken installiert wurden.

Die International Federation of Robotics (IFR) verwendet dagegen unter anderem die Zahl neu installierter Industrieroboter.

Nach dem World Robotics Report 2026 wurden in China im Jahr 2025 rund 354.000 neue Industrieroboter installiert. Damit entfielen etwa 59 Prozent der weltweiten Neuinstallationen auf den chinesischen Markt.

Die beiden Zahlen beschreiben unterschiedliche Aspekte derselben Industrie.

Ein in China produzierter Roboter kann exportiert oder erst später installiert werden. Umgekehrt können chinesische Fabriken Roboter ausländischer Hersteller einsetzen.

Die Zahl hergestellter Einheiten darf deshalb nicht direkt mit der Zahl neu installierter Systeme gleichgesetzt werden.

Die unterschiedlichen Kennzahlen sind besonders relevant, wenn internationale Hersteller ihre Marktposition mit Produktionskapazitäten, Auslieferungen oder Installationen begründen.

Was die Zahlen über humanoide Roboter aussagen

China verfügt bereits über eine umfangreiche industrielle Lieferkette für elektrische Antriebe, Getriebe, Steuerungssysteme, Sensoren und Präzisionsmechanik.

Viele dieser Technologien werden sowohl in klassischen Industrierobotern als auch in humanoiden Plattformen eingesetzt.

Ein etablierter Produktionssektor kann neuen Herstellern deshalb Zugang zu Fertigungskapazitäten, Zulieferern und technischem Know-how erleichtern.

Allerdings bestehen erhebliche konstruktive Unterschiede.

Ein stationärer Industrieroboter benötigt nicht dieselbe mechanische Architektur wie ein zweibeiniger Humanoid. Bei humanoiden Systemen sind Gewicht, Energieverbrauch, kompakte Gelenke und die Balance des gesamten Körpers besonders anspruchsvoll.

Die vorhandene Industrieproduktion kann damit wichtige Voraussetzungen schaffen, ersetzt aber nicht die Entwicklung spezifischer Komponenten und geeigneter Fertigungsprozesse.

Wie Humanoid Insider in einer Analyse zur Serienfertigung erläutert, können Präzisionsantriebe und mechanische Komponenten einen erheblichen Teil der Materialkosten humanoider Roboter ausmachen.

Die Zahl von 794.781 produzierten Industrierobotern ist deshalb kein Hinweis darauf, dass China bereits annähernd so viele Humanoide herstellt.

Der Abstand zwischen klassischer Robotik und Humanoiden

Die industrielle Robotik verfügt bereits über jahrzehntelange Erfahrung mit standardisierten Anwendungen wie Schweißen, Lackieren, Montieren und Materialtransport.

Hersteller und Integratoren können für viele solcher Aufgaben auf bewährte Steuerungen, Komponenten und Sicherheitskonzepte zurückgreifen.

Bei humanoiden Robotern befinden sich dagegen zahlreiche industrielle Anwendungen weiterhin in der Erprobungs- oder frühen Kommerzialisierungsphase.

Die IFR bezifferte den weltweiten Absatz humanoider Roboter für industrielle und professionelle Serviceanwendungen im Jahr 2025 auf rund 7.000 Einheiten. Über die Unterschiede zwischen Verkäufen, installierten Robotern und tatsächlichem Produktiveinsatz hat Humanoid Insider bereits berichtet.

Auch dieser Vergleich ist nicht als direkte Gegenüberstellung identischer Marktgrößen zu verstehen. Die beiden Statistiken verwenden unterschiedliche Produktkategorien, Zeiträume und Messmethoden.

Er zeigt jedoch, dass etablierte Industrierobotik und die neue humanoide Robotik auf sehr unterschiedlichen Stufen der Marktentwicklung stehen.

Für Hersteller humanoider Systeme wird die nächste Herausforderung deshalb nicht allein darin bestehen, neue Fähigkeiten zu demonstrieren.

Sie müssen Roboter entwickeln, die sich in großen Stückzahlen mit reproduzierbarer Qualität herstellen lassen und gleichzeitig einen nachweisbaren wirtschaftlichen Nutzen beim Kunden erzielen.

Chinas stark wachsende Industrieroboterproduktion liefert dafür eine industrielle Grundlage. Wie schnell sich diese Erfahrung auf humanoide Roboter übertragen lässt, werden erst zukünftige Produktions-, Auslieferungs- und Betriebsdaten zeigen.

Quellen: National Bureau of Statistics of China: Industrieproduktion September 2026; Xinhua: Industrieroboterproduktion Januar bis September 2026; International Federation of Robotics: World Robotics 2026.