DeepSeek will Robot-AI-Startup Winverse bei 400 Mio. Dollar Bewertung finanzieren

KI-generierte Illustration zu Winverse AI und Robot AI mit humanoidem Roboter in einer Forschungsumgebung
KI-generierte Illustration zu Winverse AI. Das Startup entwickelt KI für Roboter; ein eigenes Roboterprodukt wurde bislang nicht öffentlich vorgestellt. Bild: Humanoid Insider / KI-generiert

DeepSeek will laut Bloomberg die erste Finanzierungsrunde des Robot-AI-Startups Winverse AI anführen. Die Seed-Runde soll mehrere zehn Millionen US-Dollar umfassen und Winverse nach Abschluss mit rund 400 Millionen Dollar bewerten, aktuell etwa 358 Millionen Euro.

Die Transaktion ist noch nicht abgeschlossen. Bewertung, Investitionshöhe und beteiligte Investoren können sich deshalb noch ändern. Neben DeepSeek soll auch Long-Z Investments, der Investmentarm von Meituan, Kapital zugesagt haben. Bloomberg beruft sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Für DeepSeek wäre die Beteiligung eine der bislang größten Wetten auf ein externes Startup und ein weiterer Schritt von großen Sprachmodellen in Richtung Physical AI.

Winverse entwickelt KI für Roboter

Winverse wurde 2026 von Hu Han gegründet und operiert bislang weitgehend im Stealth-Modus. Nach Bloomberg entwickelt das Unternehmen künstliche Intelligenz für Roboter.

Han leitete zuvor bei Tencent Teams für Vision-Language-Modelle und Embodied Foundation Models. Davor arbeitete er bei Microsoft Research Asia und Baidu. Zu seinen bekanntesten Forschungsarbeiten gehört der Swin Transformer, eine weit verbreitete Architektur für Computer Vision.

Damit sitzt Winverse genau an einer Stelle, die für Humanoide zunehmend wichtiger wird: zwischen Robotik-Hardware und generalistischen Modellen, die Sprache, visuelle Wahrnehmung und physische Aktionen miteinander verbinden.

Wie Winverse seine Modelle technisch aufbaut, welche Roboterplattformen verwendet werden oder ob bereits reale Deployments existieren, ist bislang nicht öffentlich bekannt.

DeepSeek ist bereits mit Unitree verbunden

Der Einstieg in Robotik wäre für DeepSeek nicht völlig neu. Im August investierte das Unternehmen 20,8 Millionen Dollar, rund 18,6 Millionen Euro, im Rahmen des Börsengangs von Unitree Robotics und vereinbarte mit dem Roboterhersteller die gemeinsame Entwicklung von KI-Modellen für humanoide Roboter. Reuters berichtete damals über die strategische Beteiligung.

Unitree arbeitet parallel selbst an generalistischen Robotikmodellen. Mit UnifoLM-WLA-1.0 hat das Unternehmen zuletzt ein 6-Milliarden-Parameter-Modell vorgestellt, das nach eigenen Angaben 64 unterschiedliche Roboteraufgaben abdecken kann.

Eine Beteiligung an Winverse würde DeepSeeks Position allerdings verbreitern. Statt nur mit einem Roboterhersteller zusammenzuarbeiten, würde das Unternehmen direkt in einen Anbieter investieren, dessen Kernprodukt die Intelligenzschicht für Roboter sein soll.

DeepSeek bekommt selbst deutlich mehr Kapital

Die mögliche Investition kommt kurz nachdem bekannt wurde, dass DeepSeek selbst eine sehr große Finanzierungsrunde vorbereitet. Das Unternehmen steht laut Reuters vor einer Kapitalaufnahme von mindestens 80 Milliarden Yuan beziehungsweise rund 12 Milliarden Dollar, etwa 10,7 Milliarden Euro.

Das neue Kapital soll vor allem in Modelltraining und Rechenzentren fließen, könnte DeepSeek aber zugleich mehr Spielraum geben, externe Technologieunternehmen zu finanzieren und gemeinsam neue Modelle zu entwickeln.

Winverse wäre dafür ein naheliegendes Ziel. Während chinesische Hersteller bei Robotik-Hardware schnell skalieren, bleibt die Frage nach einem generalistischen „Robotergehirn“ weitgehend offen.

Die 400 Millionen Dollar sind noch keine bestätigte Bewertung

Gerade bei der aktuellen Finanzierungsdynamik sollte die Zahl von 400 Millionen Dollar nicht als bereits feststehende Unternehmensbewertung behandelt werden.

Winverse ist erst wenige Monate alt, hat bislang kein öffentlich vorgestelltes Produkt und die Finanzierung ist laut Bericht noch nicht finalisiert. Die Bewertung basiert damit vor allem auf Team, Technologieerwartungen und dem strategischen Interesse der Investoren.

Trotzdem ist die Richtung relevant. DeepSeek investiert nicht nur in mehr Rechenleistung für seine eigenen Modelle. Das Unternehmen beginnt offenbar auch, Kapital dort einzusetzen, wo große KI-Modelle mit der physischen Welt verbunden werden sollen.

Für die Humanoid-Branche könnte genau diese Ebene zum nächsten Wettbewerbsfeld werden: Nicht nur wer Roboter günstiger produziert, sondern wer ein Modell entwickelt, das unterschiedliche Roboter und Aufgaben zuverlässig steuern kann.