ROSSMANN testet UBTECH Walker S2 in Deutschland: Was der Pilot wirklich zeigt

UBTECH Walker S2 im ROSSMANN-Pilotprojekt für humanoide Robotik in Burgwedel
ROSSMANN testet 2026 einen Walker S2 von UBTECH in der Logistik. Der Roboter wurde von Terra Robotics geliefert.

Der deutsche Drogeriehändler ROSSMANN testet einen humanoiden Roboter von UBTECH in seinem Logistikbetrieb in Burgwedel. Wie das Unternehmen am 26. März 2026 mitteilte, wurde am 17. März ein Walker S2 geliefert. Bereitgestellt wurde die Maschine vom deutschen Robotikunternehmen Terra Robotics aus Löhne.

Das Projekt soll sich über das gesamte Jahr 2026 erstrecken. ROSSMANN will untersuchen, bei welchen logistischen Tätigkeiten humanoide Robotik sinnvoll eingesetzt werden kann und welche technischen Voraussetzungen dafür notwendig sind.

Die Nachricht ist vor allem deshalb interessant, weil es sich nicht nur um eine Demonstration auf einer Messe handelt. Ein realer Kunde hat einen Roboter erhalten und ein konkretes Testprogramm angekündigt.

Ein Walker S2, mehrere geplante Testphasen

ROSSMANN bestätigt zunächst die Lieferung eines einzelnen Roboters. Der geplante Test umfasst mehrere Projektphasen, von der Identifikation geeigneter Aufgaben bis zur praktischen Erprobung und einer möglichen Bewertung zusätzlicher Einsätze.

Im Mittelpunkt stehen repetitive und körperlich belastende Tätigkeiten in der Logistik.

Das Unternehmen möchte außerdem untersuchen, wie sich Walker S2 in bestehende IT-Systeme und Arbeitsabläufe integrieren lässt und wie Beschäftigte die Zusammenarbeit mit der Maschine erleben.

Für andere Logistikunternehmen ist dieser Ansatz relevant. Denn die Fähigkeit, einen Gegenstand zu greifen, reicht allein nicht aus, um einen Roboter wirtschaftlich in ein Lager einzubinden.

Was Walker S2 technisch leisten soll

UBTECH entwickelt Walker S2 als vollformatigen humanoiden Industrieroboter. Nach Herstellerangaben verfügt die Maschine über 52 Freiheitsgrade und eine Funktion zum selbstständigen Batteriewechsel.

Eine solche Technologie könnte die verfügbare Einsatzzeit verbessern, sofern der Roboter seine Aufgaben zuverlässig erledigt und die Ladeinfrastruktur mit dem übrigen Betrieb zusammenspielt.

Ob sich diese Vorteile im ROSSMANN-Lager tatsächlich einstellen, bleibt jedoch Gegenstand der Tests.

Technische Produkteigenschaften sind nicht mit gemessenen Produktivitätsverbesserungen beim Kunden gleichzusetzen.

Auslieferung bestätigt – Regelbetrieb noch nicht nachgewiesen

Der konkrete Fortschritt lässt sich klar beschreiben: ROSSMANN hat einen Walker S2 erhalten und ein langfristiges Pilotprojekt geplant.

Nicht öffentlich belegt sind dagegen produktive Betriebsstunden, abgeschlossene Logistikaufgaben, Erfolgsquoten oder die Kosten pro erledigtem Vorgang.

Auch eine positive Entscheidung über die Anschaffung weiterer Geräte liegt noch nicht vor.

Damit befindet sich das Projekt in einer frühen, aber realen Kundenphase. Es geht jetzt darum, aus einer technischen Möglichkeit eine verlässlich funktionierende Anwendung zu entwickeln.

Warum der deutsche Markt besonders interessant ist

Deutschland verfügt bereits über eine ausgeprägte Automatisierungslandschaft. Klassische Industrieroboter, mobile Transportplattformen und Fördertechnik werden in vielen Branchen eingesetzt.

Humanoide Systeme müssen sich deshalb gegen vorhandene Lösungen behaupten. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Walker S2 menschenähnlich aussieht, sondern ob er bestimmte Aufgaben flexibler, sicherer oder wirtschaftlicher erledigt.

Ein erfolgreicher Pilot müsste zeigen, welche Prozesse der Roboter zuverlässig übernehmen kann und wie aufwendig Einrichtung, Anpassung und Wartung sind.

Was nach dem Pilotprojekt entscheidend wird

ROSSMANN will auf Grundlage der Erfahrungen entscheiden, in welchen Bereichen ein weiterer Einsatz sinnvoll sein könnte.

Für UBTECH wäre eine spätere Erweiterung des Projekts ein wichtiger Nachweis internationaler Nachfrage. Für andere Unternehmen wären konkrete Betriebsergebnisse noch interessanter als die bloße Zahl gelieferter Maschinen.

Bis dahin bleibt die Einordnung eindeutig: Eine tatsächliche Lieferung an einen deutschen Kunden ist bestätigt. Eine wirtschaftlich erfolgreiche Skalierung steht noch aus.

Weitere Informationen, einschließlich der Aussagen des ROSSMANN-Logistikmanagements, enthält die offizielle Pressemitteilung vom 26. März 2026.