Im Code der aktuellen Tesla App sind neue Hinweise auf die Integration des humanoiden Roboters Optimus aufgetaucht. Eine Analyse der iOS Version 4.61.0 zeigt spezielle Kennungen für Optimus Ladegeräte sowie einen eigenen Optimus Eintrag innerhalb des Energie Modells der App. Öffentlich nutzbar sind diese Funktionen bislang nicht.
Entdeckt wurden die Einträge durch eine Analyse der App Version 4.61.0. Die betreffende Version wurde Mitte September veröffentlicht und enthält neben sichtbaren Funktionen wie Passkey Unterstützung auch mehrere bislang nicht freigeschaltete interne Referenzen.
Zu den gefundenen Bezeichnungen gehören unter anderem optimus_charger_id sowie weitere interne Kennungen für ein Optimus Ladegerät. Außerdem taucht innerhalb der Energie Struktur der App der Eintrag SITE_TYPE_OPTIMUS auf.
Optimus könnte Teil derselben App wie Auto und Powerwall werden
Tesla bündelt heute bereits Fahrzeuge, Supercharger Funktionen, Powerwall und weitere Energieprodukte in einer gemeinsamen App.
Die neuen Code Einträge legen nahe, dass Optimus langfristig in dieselbe Software Umgebung integriert werden könnte.
Ein spezieller Charger Identifier würde es beispielsweise ermöglichen, einem Optimus Ladegerät eine eigene Identität innerhalb eines Tesla Accounts zu geben. Der Eintrag SITE_TYPE_OPTIMUS deutet zudem darauf hin, dass ein Roboter innerhalb der App ähnlich wie andere Energie Geräte einem Standort zugeordnet werden könnte.
Ob daraus tatsächlich eine sichtbare Benutzeroberfläche entsteht, ist bislang offen.
Tesla hat weder eine Optimus Ladefunktion in der App angekündigt noch erklärt, wie ein entsprechendes Ladegerät technisch aussehen soll.
Frühere App Hinweise zielten bereits auf den Haushalt
Die neuen Einträge sind nicht der erste Hinweis darauf, dass Tesla die bestehende App langfristig für Optimus vorbereitet.
Bereits im Juli waren in einer früheren App Version Referenzen auf eine mögliche Datenerfassung im Haushalt, eine Zustimmung zur Sammlung von Video und Raumdaten sowie auf die Kopplung eines Roboters mit einem Smartphone aufgetaucht. Auch diese Funktionen wurden bislang nicht offiziell veröffentlicht.
Zusammengenommen ergibt sich damit ein klareres Bild der Software Richtung.
Tesla scheint nicht nur an der Robotikhardware und der Produktion zu arbeiten, sondern parallel auch an der Infrastruktur, die später für Verwaltung, Laden, Zugang und möglicherweise Datenerfassung benötigt wird.
Parallel baut Tesla auch seine Datenbasis für Optimus aus. In Grünheide sollen Mitarbeiter reale Arbeitsabläufe für das Training des Humanoiden aufzeichnen.
Noch kein Hinweis auf einen Verkaufsstart
Die gefundenen Code Fragmente sollten trotzdem nicht überinterpretiert werden.
Interne Funktionen können Monate oder sogar Jahre vor einer tatsächlichen Produkteinführung in einer App auftauchen. Manche werden nie öffentlich freigeschaltet.
Die neuen Einträge bestätigen daher weder einen Starttermin für Optimus im Haushalt noch autonome Ladefunktionen oder eine konkrete Benutzeroberfläche.
Sie zeigen lediglich, dass Tesla bereits Software Strukturen vorbereitet, in denen Optimus als eigenes Gerät und möglicherweise auch als Teil des bestehenden Energie Systems behandelt werden kann.
Ein Roboter braucht mehr als nur Hardware
Gerade dieser Punkt ist für die Entwicklung von Haushaltsrobotern interessant.
Ein serienreifer Humanoid braucht nicht nur Motoren, Batterien und KI Modelle. Er benötigt auch alltägliche Infrastruktur: Benutzerkonten, Ladeverwaltung, Gerätezustand, Updates, Zugriffsrechte und eine Verbindung zu anderen Systemen im Haushalt.
Die neuen App Hinweise zeigen, dass Tesla offenbar beginnt, diese Ebene mitzudenken.
Das ist noch kein Beleg dafür, dass Optimus kurz vor dem Einzug in private Haushalte steht. Es ist aber ein Zeichen dafür, dass sich das Projekt langsam von einem reinen Robotikprogramm zu einem vollständigen Produkt Ökosystem entwickelt.
