Nvidia hat laut einem Bericht von The Information eine weitere Investition von bis zu 1 Milliarde US-Dollar in Figure diskutiert. Das entspricht aktuell rund 892 Millionen Euro.
Figure soll gleichzeitig nach zusätzlichem Kapital zu einer Bewertung von rund 38 Milliarden Dollar vor der neuen Finanzierung suchen, etwa 33,9 Milliarden Euro. Eine Vereinbarung wurde bislang jedoch nicht bekannt gegeben. Weder Nvidia noch Figure haben die Gespräche öffentlich bestätigt.
Nvidia ist bereits Investor bei Figure
Eine neue Beteiligung würde eine bestehende Beziehung deutlich ausbauen. Nvidia gehörte bereits zu den Investoren der Series-C-Runde von Figure im September 2025.
Damals sammelte Figure nach eigenen Angaben mehr als 1 Milliarde Dollar ein und erreichte eine Post-Money-Bewertung von 39 Milliarden Dollar. Zu den Investoren gehörten neben Nvidia unter anderem Parkway Venture Capital, Brookfield Asset Management, Intel Capital und Qualcomm Ventures. Figure bestätigte die Runde damals offiziell.
Die jetzt berichteten 38 Milliarden Dollar sind damit nicht direkt mit den damaligen 39 Milliarden vergleichbar. Der aktuelle Wert soll sich auf die Bewertung vor neuem Kapital beziehen, während die Series-C-Zahl von 2025 eine Post-Money-Bewertung inklusive der neuen Finanzierung war.
Figure bindet sich enger an Nvidia-Rechenleistung
Die möglichen Finanzierungsgespräche fallen in eine Phase, in der Figure seine Recheninfrastruktur massiv ausbaut.
Erst im September vereinbarte das Unternehmen mit Nscale den möglichen Zugang zu bis zu 100.000 Nvidia-GPUs der Vera-Rubin-Generation. Die zunächst zugesagte Rechenkapazität hat einen Wert von 3,5 Milliarden Dollar, rund 3,1 Milliarden Euro, und könnte später auf mehr als 6 Milliarden Dollar anwachsen.
Figure will die Infrastruktur für das Training seiner Helix-Modelle nutzen. Nvidia-CEO Jensen Huang beschrieb die Verbindung aus Modelltraining auf Vera Rubin, Simulation mit Isaac Sim und dem anschließenden Einsatz auf Nvidia-Hardware als einen Physical-AI-Kreislauf. Figure und Nscale veröffentlichten die Vereinbarung Anfang September.
Eine mögliche neue Beteiligung von Nvidia würde deshalb nicht nur einen weiteren Investor bringen. Sie würde die finanzielle Beziehung zwischen einem der wichtigsten Anbieter von Physical-AI-Infrastruktur und einem der am höchsten bewerteten Humanoid-Start-ups weiter vertiefen.
Daten und Compute werden teuer
Figure selbst bezeichnet inzwischen Daten und Rechenleistung als zentrale Engpässe für die weitere Entwicklung von Helix.
Mit Figure Index sammelt das Unternehmen inzwischen rund 35 Minuten menschliche Aktivitätsdaten pro Sekunde. Gleichzeitig baut Figure seine GPU-Infrastruktur aus und erhöht die Produktion seiner Humanoiden.
Das erklärt zumindest einen Teil des hohen Kapitalbedarfs. Generalistische Robotermodelle erfordern nicht nur neue Hardware, sondern große Mengen realer Daten, Compute für das Training sowie anschließend eine industrielle Produktionsinfrastruktur.
Es gibt allerdings bislang keinen Hinweis darauf, dass eine mögliche Nvidia-Investition direkt an GPU-Käufe oder bestimmte Compute-Verträge gekoppelt wäre.
38 Milliarden Dollar bleiben eine Wette auf Skalierung
Die Größenordnung der Bewertung zeigt gleichzeitig, wie weit die Erwartungen an Humanoid-Unternehmen dem heutigen Markt vorauslaufen.
Nach Daten der International Federation of Robotics wurden 2025 weltweit nur rund 7.000 Humanoide verkauft. Ein erheblicher Teil davon ging zudem noch in Forschung, Training und Pilotprojekte statt in dauerhaft produktive Einsätze.
Figure hat seine Position seitdem deutlich ausgebaut und produziert Figure 03 inzwischen in der eigenen BotQ-Fabrik. Eine Bewertung in der Größenordnung von 38 Milliarden Dollar basiert dennoch vor allem auf der Erwartung, dass Humanoide künftig in sehr viel größeren Stückzahlen eingesetzt werden.
Eine weitere Milliarde von Nvidia wäre deshalb ein starkes Signal für diese Erwartung. Vorerst handelt es sich aber nur um berichtete Gespräche. Aus einer diskutierten Investition ist noch keine abgeschlossene Finanzierungsrunde geworden.
