Figure Index wächst auf fast 70.000 aktive Nutzer – 35 Minuten Robotikdaten pro Sekunde

Creator sammelt mit einem kopfgetragenen Aufnahmegerät Daten für Figure Index
Figure Index lässt reale menschliche Tätigkeiten für das Training von Helix erfassen. KI-generiertes Symbolbild: Humanoid Insider

Figure Index wächst nur wenige Wochen nach dem öffentlichen Start deutlich schneller als zum Launch. Nach neuen Angaben von CEO Brett Adcock erreichte die Plattform in der Woche bis zum 4. September 69.943 wöchentlich aktive Nutzer. Ende August waren es noch rund 44.000.

Auch die Geschwindigkeit der Datenerfassung ist gestiegen. Nutzer laden inzwischen jede Sekunde rund 35 Minuten Video aus realen menschlichen Tätigkeiten hoch. Zum Start von Index am 25. August hatte Figure noch 30 Minuten pro Sekunde gemeldet. Auf einen Tag hochgerechnet entspricht das inzwischen etwa 5,7 Jahren menschlicher Aktivität in 24 Stunden.

Figure Index wächst auf fast 70.000 aktive Nutzer und 35 Minuten Videodaten pro Sekunde
Figure Index erreichte Anfang September 69.943 wöchentlich aktive Nutzer und verarbeitet rund 35 Minuten Videodaten pro Sekunde. Grafik: Humanoid Insider; Quelle: Figure / Brett Adcock.

Menschen filmen Alltagstätigkeiten für Helix

Index ist kein klassisches Robotik-Dataset. Statt ausschließlich Roboter per Teleoperation zu steuern, lässt Figure Menschen alltägliche Tätigkeiten mit Kameras aufnehmen.

Die Videos reichen von Kochen, Putzen und Wäschewaschen bis zu Aufgaben in Logistikzentren, Restaurants, Fabriken und Büros. Dadurch soll eine möglichst große Vielfalt an Objekten, Umgebungen und unterschiedlichen menschlichen Vorgehensweisen entstehen.

Zum öffentlichen Start hatte Figure bereits mehr als 16 Millionen Videos aus 108 Ländern gesammelt. Über 264.000 Menschen hatten die App heruntergeladen, und Figure hatte nach eigenen Angaben bereits 15 Millionen US-Dollar an Teilnehmer ausgezahlt.

Figure Index soll die Datenbasis für Helix skalieren

Die Aufnahmen fließen in die Entwicklung von Helix, Figures Vision-Language-Action-System für humanoide Roboter.

Figure setzt dabei auf die These, dass sich Fähigkeiten allgemeiner Roboter ähnlich wie bei großen KI-Modellen durch deutlich größere und vielfältigere Datensätze verbessern lassen. Die Videos durchlaufen deshalb mehrere Verarbeitungsschritte – darunter Qualitätsfilter, Betrugserkennung, Deduplizierung, Ausbalancierung und automatische Annotation.

Das Unternehmen hatte bereits mit dem Vorgängerprojekt „Project Go-Big“ gezeigt, dass Helix Fähigkeiten aus egozentrischen Videos menschlicher Bewegungen auf Roboter übertragen kann.

Daten und Rechenleistung werden gemeinsam ausgebaut

Der schnelle Ausbau von Index fällt mit Figures deutlich höheren Investitionen in KI-Infrastruktur zusammen.

Anfang September vereinbarte das Unternehmen mit Nscale den möglichen Einsatz von bis zu 100.000 Nvidia-GPUs der kommenden Vera-Rubin-Generation. Figure bezeichnet Daten und Rechenleistung inzwischen ausdrücklich als zentrale Engpässe für die weitere Entwicklung von Helix.

Für die kommenden zwölf Monate hat Figure nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde US-Dollar für Daten und Compute vorgesehen.

Robotik versucht das Internet-Skalierungsmodell

Das Wachstum von Index zeigt, dass sich auch bei Physical AI eine neue Form von Dateninfrastruktur herausbildet. Statt jede Roboterbewegung teuer im Labor aufzuzeichnen, versucht Figure, menschliche Aktivität weltweit und in sehr unterschiedlichen Umgebungen zu erfassen.

Ob Smartphone- und Kameravideos allein genügend Informationen für besonders präzise Manipulationsaufgaben liefern, bleibt allerdings offen. Interessant ist vor allem die Größenordnung: Robotiktraining bewegt sich zunehmend von einzelnen kuratierten Datensätzen hin zu kontinuierlichen Datenströmen mit zehntausenden menschlichen Teilnehmern.