Tesla Optimus im fliegenden Roadster: Von Starman 2018 zum Roboter 2026

Tesla Optimus sitzt beim Roadster-Debüt 2026 auf dem Fahrersitz
Beim Roadster-Debüt 2026 sitzt Optimus am Steuer. Die spektakulären Fahrmanöver waren jedoch vorprogrammiert.

Ein humanoider Roboter am Steuer eines fliegenden Tesla: Bei der Präsentation des neuen Roadster am 15. Oktober 2026 hat Elon Musk nicht nur ein spektakuläres Elektroauto vorgeführt. Auf dem Fahrersitz saß Tesla Optimus. Die Inszenierung erinnert an eine der bekanntesten Aktionen aus Musks Unternehmensgeschichte: den Tesla Roadster, der 2018 mit der Figur „Starman“ an Bord ins All geschickt wurde.

Acht Jahre später ist aus dem Astronauten-Dummy ein humanoider Roboter geworden. Doch so eindrucksvoll die Bilder sind, so wichtig ist eine Unterscheidung: Optimus saß zwar am Steuer, gefahren hat der Roboter das Auto nach den vorliegenden Berichten nicht selbst.

Tesla Roadster fliegt – Optimus sitzt am Steuer

Die Vorstellung fand auf dem SpaceX-Testgelände in McGregor im US-Bundesstaat Texas statt. Tesla demonstrierte dabei eine überarbeitete Version des seit Jahren angekündigten Roadster.

Ein Prototyp fuhr auf eine gekrümmte Rampe, blieb zeitweise kopfüber haften und führte anschließend eine kontrollierte Drehung in der Luft aus. Bei einer weiteren Vorführung hob das Fahrzeug über eine Reihe anderer Tesla-Modelle hinweg ab.

Die Manöver wurden durch eine Kombination aus einem aktiven Ansaugsystem und Druckgas-Triebwerken ermöglicht. Die Technologie entstand in Zusammenarbeit mit SpaceX.

Für eine zusätzliche Überraschung sorgte ein Blick ins Cockpit: Auf dem Fahrersitz befand sich ein humanoider Optimus-Roboter.

Wie Engadget berichtet, diente Optimus dabei der Inszenierung. Die Fahrmanöver waren vorprogrammiert. Es gibt keinen Nachweis, dass der Roboter das Fahrzeug mit seinen Händen steuerte.

2018: Starman fliegt im Tesla Roadster ins All

Die Szene erinnert auffällig an den 6. Februar 2018. Damals startete SpaceX seine Falcon-Heavy-Rakete erstmals ins All und verwendete Elon Musks persönlichen Tesla Roadster als Testnutzlast.

Am Steuer saß „Starman“, eine lebensgroße Schaufensterfigur im SpaceX-Raumanzug. Kameras zeigten den roten Sportwagen mit der Erde im Hintergrund – Bilder, die weltweit Aufmerksamkeit erregten.

Die Falcon Heavy brachte den Roadster anschließend auf eine Umlaufbahn um die Sonne.

Starman war kein autonomer Roboter und hatte keinerlei Steuerungsfunktion. Seine Rolle bestand darin, einer technischen Testmission ein wiedererkennbares Bild zu geben.

Die NASA dokumentiert den Start und die besondere Nutzlast in ihrem historischen Rückblick auf den ersten Falcon-Heavy-Flug.

2026: Aus dem Dummy wird ein humanoider Roboter

Mit Optimus greift Tesla dieses Bild acht Jahre später erneut auf. Wieder sitzt eine menschenähnliche Figur in einem Roadster. Doch diesmal handelt es sich nicht um eine Schaufensterpuppe, sondern um ein reales humanoides Robotersystem.

Die Symbolik passt zu Teslas langfristiger Neuausrichtung. Das Unternehmen will künftig nicht allein Elektroautos verkaufen, sondern auch autonome Fahrzeuge, KI-Systeme und humanoide Roboter entwickeln.

Der Roadster verbindet bei dieser Präsentation mehrere Teile von Elon Musks Technologieunternehmen: Tesla liefert das Fahrzeug, SpaceX steuert Erfahrungen aus der Antriebstechnik bei, und Optimus repräsentiert die Ambitionen im Bereich humanoider Robotik.

Damit wird der neue Roadster nicht nur als Sportwagen präsentiert. Er dient auch als Bühne für Teslas übergreifende Technologievision.

Hat Optimus den Roadster wirklich gefahren?

Nein – zumindest liefert die Präsentation dafür keinen Beleg.

Die spektakulären Manöver wurden nach den Berichten von Engadget vorprogrammiert. Optimus war zwar auf dem Fahrersitz positioniert, demonstrierte aber keine eigenständige Fahrzeugsteuerung.

Das ist für die Bewertung des Roboters ein wichtiger Unterschied.

Ein humanoider Roboter müsste für das selbstständige Fahren zahlreiche Fähigkeiten kombinieren: die Wahrnehmung der Umgebung, die Bedienung der Fahrzeugsteuerung, die kontinuierliche Anpassung an Fahrsituationen und die sichere Reaktion auf unerwartete Ereignisse.

Keine dieser Fähigkeiten wurde durch die bloße Anwesenheit von Optimus im Roadster nachgewiesen.

Auch das Flugmanöver des Fahrzeugs sollte nicht mit einem serienreifen Flugauto verwechselt werden. Die Demonstration zeigte kurze, kontrollierte Luftmanöver unter speziellen Bedingungen – keinen längeren freien Flug im regulären Straßenverkehr.

Spektakuläre Demonstration, aber noch keine kommerzielle Anwendung

Tesla plant derzeit, den neuen Roadster im Jahr 2028 in Produktion zu bringen. Nach mehrfach verschobenen Terminen bleibt abzuwarten, welche der gezeigten Funktionen tatsächlich in Serienfahrzeugen angeboten werden können.

Für Optimus gilt eine ähnliche Herausforderung.

Die öffentliche Wahrnehmung humanoider Roboter wird häufig durch eindrucksvolle Videos geprägt. Für die industrielle und kommerzielle Nutzung sind jedoch andere Fragen entscheidend: Welche Aufgaben kann ein Roboter eigenständig ausführen? Wie zuverlässig arbeitet er? Wie lange kann er ohne menschliche Eingriffe eingesetzt werden?

Solange solche Fähigkeiten nicht nachvollziehbar demonstriert und mit Betriebsdaten belegt werden, bleibt der Unterschied zwischen einer eindrucksvollen Präsentation und einer wirtschaftlich relevanten Anwendung bestehen.

Einordnung: Elon Musks stärkste Bilder zeigen die Zukunft – beweisen sie aber noch nicht

Der Vergleich zwischen Starman 2018 und Optimus 2026 ist mehr als eine nostalgische Erinnerung.

2018 nutzte SpaceX einen Tesla Roadster mit einer menschenähnlichen Figur, um eine neue Rakete und ihre technologischen Möglichkeiten spektakulär sichtbar zu machen. Die Falcon Heavy absolvierte dabei tatsächlich ihren ersten erfolgreichen Flug.

2026 übernimmt Optimus die Rolle dieser Figur. Das Bild steht für Teslas Vision einer Zukunft, in der autonome Maschinen zum Alltag gehören.

Allerdings bleibt die technische Aussage über den Roboter begrenzt. Die Roadster-Demonstration belegt bemerkenswerte Fahrzeugmanöver, aber keinen Fortschritt bei der autonomen Manipulation oder beim produktiven Einsatz von Optimus.

Humanoid Insider Einordnung: Tesla versteht es, technische Entwicklungen in Bilder zu übersetzen, die weltweit Aufmerksamkeit erzeugen. Doch für den Erfolg humanoider Robotik wird nicht entscheidend sein, wie spektakulär ein Roboter inszeniert wird. Entscheidend ist, welche Arbeit er tatsächlich selbstständig erledigen kann.

Welche kommerziellen Erwartungen Investoren mit dem Optimus-Projekt verbinden, zeigt auch unsere Analyse zur Tesla-Optimus-Aktie.

Quellen: Engadget, 15. Oktober 2026; Reuters, 15. Oktober 2026; NASA, Falcon-Heavy-Rückblick.