Xiaomi hat neue Ergebnisse aus der Erprobung humanoider Roboter in seiner Autofabrik vorgestellt. Zwei Systeme der Entwicklungsplattform CyberOne 02 arbeiteten in einem Test über acht Stunden an einer Aufgabe in der Produktionslogistik. Sie sortierten Innenraumverkleidungen für die Fahrzeugmontage und stimmten ihre Bewegungen auf den Materialfluss der Montagelinie ab.
Das Unternehmen veröffentlichte dazu ein auf knapp sechs Minuten beschleunigtes Video. Der dokumentierte Versuch dauerte insgesamt acht Stunden und fünf Minuten. Während des Tests gab es zwei Ladepausen. Zudem fiel einem der Roboter ein Bauteil herunter, das anschließend von einer weiteren mobilen Maschine aufgenommen wurde.
Die Ergebnisse sind ein Fortschritt gegenüber früheren kurzen Werkstests. Sie zeigen aber keinen achtstündigen ununterbrochenen Betrieb eines einzelnen Roboters ohne Lade- oder Fehlerereignisse.
Flexible Innenraumteile statt standardisierter Schrauben
Die Roboter wurden in der Endmontage des Xiaomi-Autowerks eingesetzt. Ihre Aufgabe bestand darin, Abdeckungen für die Mittelkonsole in der richtigen Reihenfolge bereitzustellen.
In der Automobillogistik wird dieser Prozess als Sequencing bezeichnet. Unterschiedliche Teile müssen entsprechend der Reihenfolge der Fahrzeuge an der Montagelinie vorbereitet werden.
Die Abdeckungen sind vergleichsweise große, unregelmäßig geformte Kunststoffteile. Ihre Lage im Transportbehälter ist nicht immer identisch.
Ein Roboter muss sie deshalb visuell erkennen, den Griffpunkt bestimmen, das Teil aus dem Behälter entnehmen und in das richtige Fach eines Bereitstellungsregals legen.
Das erfordert koordinierte Armbewegungen und eine Steuerung, die nachgiebige Materialien handhaben kann.
Im veröffentlichten Versuch passten die Roboter ihre Bewegungen außerdem an autonome mobile Transportfahrzeuge an, die neue Materialien an den Arbeitsplatz brachten.
Zwei Ladepausen während der acht Stunden
Die Testergebnisse enthalten mehrere Einzelheiten, die für eine industrielle Bewertung wichtig sind.
Nach ungefähr drei Stunden und zwei Minuten sowie nach sechs Stunden und drei Minuten wurden die Roboter geladen. Der veröffentlichte Bericht nennt den Abschluss des gesamten Versuchs nach acht Stunden und fünf Minuten.
In der zweiten Hälfte fiel einem der Roboter eine Verkleidung herunter. Eine weitere mobile Maschine übernahm das Aufheben des Teils.
Die Demonstration zeigt somit auch, wie unterschiedliche Robotersysteme bei Materialtransport und Fehlerbehandlung zusammenarbeiten können.
Gleichzeitig bleibt offen, wie viel Nettoarbeitszeit während der gesamten Testdauer tatsächlich erbracht wurde. Die Zahl der korrekt sortierten Teile, die durchschnittliche Bearbeitungszeit pro Teil und die gesamte Fehlerquote wurden nicht vollständig veröffentlicht.
Ein Test über die Länge einer Arbeitsschicht ist daher nicht automatisch mit acht Stunden durchgehend produktiver Arbeit gleichzusetzen.
Vom dreistündigen Test zur längeren Schicht
Xiaomi hatte bereits im März 2026 Ergebnisse aus seiner Autofabrik präsentiert.
Damals setzte das Unternehmen einen humanoiden Roboter beim Einlegen selbstschneidender Muttern ein. Über einen dreistündigen Versuch meldete Xiaomi eine Erfolgsquote von 90,2 Prozent bei beidseitigen Arbeitsvorgängen. Der Arbeitsplatz musste einen Takt von 76 Sekunden einhalten.
Im Juli berichtete das Unternehmen von einer Verbesserung der Erfolgsquote auf 98 Prozent. Gleichzeitig wurden neue Aufgaben vorbereitet, darunter die Sortierung von Mittelkonsole-Abdeckungen und die Handhabung leerer Transportbehälter.
Diese Angaben finden sich auch im Halbjahresbericht 2026 von Xiaomi.
Der neue achtstündige Test setzt diese Entwicklung fort. Die veröffentlichten Prozentwerte aus früheren Aufgaben lassen sich allerdings nicht einfach auf den aktuellen Versuch übertragen, weil sich Arbeitsgegenstände und Testbedingungen unterscheiden.
Auch die Robotersoftware entwickelt sich weiter
Xiaomi trainiert seine Roboter mit eigenen Modellen für Wahrnehmung, Bewegungsplanung und Manipulation.
Im Juli stellte das Unternehmen Xiaomi-Robotics-1 vor, ein Grundmodell für mobile Manipulationsaufgaben. Nach eigenen Angaben wurde es mit rund 100.000 Stunden realer Daten vortrainiert.
Die Verbindung zwischen einem allgemeinen Modell und konkreten Arbeitsplatzanforderungen bleibt jedoch eine Herausforderung. Eine zuvor erlernte Greiffähigkeit muss sich auch auf neue Teile, andere Behälter und wechselnde Umgebungen übertragen lassen.
Der Aufbau mehrerer Arbeitsstationen bietet Xiaomi die Möglichkeit, die Fähigkeiten schrittweise zu überprüfen.
Das Unternehmen untersucht parallel Anwendungen außerhalb der Fabrik. In einem Wohnungsversuch wurden längere Tätigkeitsfolgen mit mehreren Räumen gezeigt. Auch diese Ergebnisse befinden sich bisher im Teststadium.
Was für einen regulären Fabrikeinsatz noch fehlt
Ein entscheidender Vorteil des aktuellen Versuchs ist seine Dauer. Viele Robotikvorführungen zeigen nur wenige erfolgreiche Einzelbewegungen.
Die Arbeit über eine längere Schicht erzeugt dagegen zusätzliche
